1. Navigation
  2. Inhalt
  3. Herausgeber
Inhalt

Branchenstruktur

Sachsen zählt zu den stark industrialisierten Regionen in Deutschland. Strukturprägend sind vor allem der Automobilbau sowie der Maschinen- und Anlagenbau. In beiden Branchen kann der Freistaat auf große Tradition verweisen. Daneben sind die elektrotechnische Industrie, einschließlich der Mikroelektronik, die Textil- und Bekleidungsindustrie, die Bahnindustrie, die Luft- und Raumfahrtindustrie, die Gesundheits- die chemische, die Papier- sowie die Ernährungsindustrie im Freistaat von hohem wirtschaftspolitischem Gewicht.

Das Verarbeitende Gewerbe, eingeschlossen Bergbau und die Gewinnung von Steinen und Erden, hat im Jahr 2017 einen Umsatz von 67 Mrd. Euro in Sachsen erwirtschaftet. Sein Anteil an der Bruttowertschöpfung in Sachsen liegt bei rund 20,3% Prozent.

Automobilindustrie

Die Automobilindustrie ist Sachsens umsatzstärkste Branche. Sie trägt die mehr als ein Viertel zum Industrieumsatz und über ein Drittel zum Auslandsumsatz bei. In Sachsen sind fünf Fahrzeug- und Motorenwerke von Volkswagen, BMW und Porsche sowie rund 780 Zulieferer, Ausrüster und Dienstleister etabliert. Etwa jeder achte in Deutschland gebaute Pkw kommt aus Sachsen. Im sächsischen Automobilbau arbeiten über 95.000 Beschäftigte, davon etwa vier Fünftel außerhalb der OEM (Original Equipment Manufacturer)
Mit der stufenweisen Umstellung auf Elektrofahrzeuge in der sächsischen Automobilindustrie steht Sachsen in einem tiefgreifenden und herausfordernden Transformationsprozess, den das SMWA (Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr) begleitet.. Sachsen ist eine Region, in der dieser Transformationsprozess besonders früh beginnt. Der bevorstehende Wandel in der Automobilindustrie hat erhebliche Bedeutung für Wachstum, Wohlstand und Beschäftigung der gesamten deutschen Wirtschaft.

Der Freistaat Sachsen will Vorreiter bei modernen Verkehrs- und Fahrzeugtechnologien sein und die Zukunft einer effizienten Mobilität aktiv gestalten. Im Auftrag des SMWA koordiniert die Sächsische Energieagentur – SAENA GmbH seit 2011 sächsische Aktivitäten rund um das Thema Elektromobilität sowie seit 2014 das Themenfeld »Intelligente Verkehrssysteme« (IVS).

Die SAENA als Kompetenzstelle Effiziente Mobilität Sachsen ist der Ansprechpartner für zukunftsweisende und effiziente Mobilität im Freistaat.

Ziel der Kompetenzstelle ist es, sächsische Know-how Träger im innovativen Sektor der intelligenten Verkehrssysteme zu vernetzen, Potentiale sichtbar und nutzbar zu machen sowie Sachsen als Vorreiter für vernetzte Mobilität zu etablieren und damit den Standort zu stärken.

Informations- und Kommunikationstechnik, Mikroelektronik

Die IKT-Branche umfasst einschließlich der Mikroelektronik-Industrie ca. 2.300 Unternehmen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen mit über 60.000 Beschäftigen und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von rund 14 Mrd. Euro. Die Software-Branche hat dabei mit etwa 1.500 Unternehmen und über 23.000 Mitarbeitern bei einem Umsatz von 3,1 Mrd. Euro einen wachsenden Anteil. Themen mit zunehmendem Gewicht in Industrie und Forschung sind das Internet der Dinge, Industrie 4.0, Smart Factory sowie Smart Mobility.

Die Region um Dresden ist der größte Mikroelektronikstandort in Europa mit ca. 250 Unternehmen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen und über 26.000 Mitarbeitern, die einen jährlichen Umsatz von rund 6,5 Mrd. Euro erwirtschaften.

Maschinen- und Anlagenbau, Metallindustrie sowie Chemie- und Kunststoffindustrie

Sachsen ist der größte Maschinenbaustandort in Ostdeutschland. Der Freistaat knüpft mit ca. 360 Betrieben, in denen ca. 39.500 Mitarbeiter beschäftigt sind, an seine über 180 Jahre alte Tradition an. Die Wiege des deutschen Maschinenbaus steht in Chemnitz. Die Unternehmen verfügen über eine hohe Innovationskraft und ausgeprägte Kompetenzen in Fertigungs-, Automatisierungs- und Verfahrenstechnik. Damit ist was die Branche ein wichtiger Partner für praktisch alle anderen Industriebereiche, insbesondere im Zeitalter von Industrie 4.0. . Zu den Schwerpunkten gehören Sondermaschinen-, Werkzeugmaschinen- und Textilmaschinenbau, Der Innovationsverbund Maschinenbau Sachsen VEMASinnovativ hat sich mit über 300 Mitgliedern zum größten Cluster in der Produktionstechnik in Deutschland entwickelt.

Die Metallbranche in Sachsen mit Metallerzeugung und – bearbeitung, Herstellung von Metallerzeugnissen beschäftigt in etwa 650 Betrieben ca. 52.500 Mitarbeiter.

In der chemischen Industrie des Freistaates sind in 71 Unternehmen über 8.200 Mitarbeiter bei einem Jahresumsatz von rd. 2,7 Mrd. Euro beschäftigt. Chemische Grundstoffe haben am Umsatz mit 40 Prozent einen hohen Anteil.

Die Kunststoffbranche zählt mit 155 Betrieben und rund 12.500 Beschäftigten bei einem Jahresumsatz von rd. 2,1 Mrd. Euro zu den starken Branchen. Sie spielt im Freistaat eine Schlüsselrolle als Zulieferer für die Automobilindustrie.

Bahnindustrie

Zur historisch hohen Industrialisierung in Sachsen gehört seit 180 Jahren die Bahnindustrie mit ihrer 180 Jahre Entlang der gesamten Wertschöpfungskette erwirtschaften im Freistaat in der Bahnindustrie 240 Unternehmen mit etwa 13.000 Arbeitsplätzen einen Jahresumsatz von rund 1 Mrd. Euro.

Luft- und Raumfahrtindustrie

Die sächsische Luft- und Raumfahrtindustrie besitzt mit dem Kompetenzzentrum Luft- und Raumfahrttechnik Sachsen/Thüringen ein starkes regionales Netzwerk. Es vertritt etwa 160 Unternehmen und Forschungseinrichtungen, in denen fast 7.000 Mitarbeiter einen Umsatz von ca. 1,4 Mrd. Euro erwirtschaften. Die Kernkompetenzen liegen in der Aus- und Umrüstung von Flugzeugen, der Komponentenfertigung, den Tests von Flugzeug- und Raumfahrtstrukturen, den Forschungs- und Entwicklungsvorhaben der Luft- und Raumfahrttechnik sowie im Luftverkehr selbst und in der Betreuung von Flugzeugen.

Textilindustrie

Für Sachsen ist die Textil- und Bekleidungsindustrie ein wichtiger Wirtschaftsfaktor: Die Branche mit ihren rund 12.000 Beschäftigten erwirtschaftet über die Hälfte ihres Umsatzes mit der Herstellung Technischer Textilien für unterschiedliche Einsatzzwecke, 30 Prozent entfallen auf Heimtextilien und deutlich weniger als 20 Prozent auf Bekleidung. Insgesamt weisen die sächsischen Textilunternehmen einen Gesamtumsatz von über einer Milliarde Euro in auf. Im Vergleich der neuen Länder nimmt die sächsische Textil- und Bekleidungsindustrie mit einem Umsatzanteil von knapp 2/3 eine herausragende Position ein. Sachsen gehört neben Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern zu den vier wichtigsten Zentren der deutschen Textil- und Bekleidungsindustrie.

Gesundheitsindustrie

Zur Gesundheitsindustrie einschließlich gesundheitsindustrienaher Dienstleistungen zählen in Sachsen über 900 Betriebe mit über 16.000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von ca. 1,4 Mrd. Euro. Besonders stark sind die Pharmazie und die Medizintechnik. So erwirtschaftet die Pharmaindustrie 37% und die Medizintechnik 27% des Gesamtumsatzes der Gesundheitsindustrie in Sachsen.

Marginalspalte

Umsatzanteile in der Industrie

Statistisches Landesamt Betriebe im Verarbeitendem Gewerbe sowie Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden nach WZ2008 für Betriebe mit 20 und mehr tätigen Personen in Sachsen

© Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr