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Branchenstruktur

Sachsen zählt zu den stark industrialisierten Regionen in Deutschland und Europa. Strukturprägende Branchen sind vor allem der Automobilbau sowie der Maschinen- und Anlagenbau. In beiden Bereichen kann der Freistaat auf Traditionen aufbauen, die bis zum Beginn der Industrialisierung zurückreichen. Daneben sind die elektrotechnische Industrie einschließlich der Mikroelektronik, die Textil- und Bekleidungsindustrie, die bahntechnische Industrie, die Luft- und Raumfahrtindustrie, die Gesundheits- die chemische, die Papier- sowie die Ernährungsindustrie im Freistaat von hohem wirtschaftspolitischem Gewicht.

Das Verarbeitende Gewerbe, eingeschlossen Bergbau und die Gewinnung von Steinen und Erden, hat im Jahr 2015 einen Umsatz von 58 Mrd. Euro in Sachsen erwirtschaftet. Ihr Anteil an der Bruttowertschöpfung in Sachsen liegt bei rund 20 Prozent.

Automobilindustrie

Sachsen gehört zu den Spitzenstandorten der Automobilindustrie in Deutschland. Mit den Werken von VW, Porsche und BMW zeigt sich das historisch gewachsene Gewicht des Freistaates im Automobilbau. Fast jeder zehnte in Deutschland gebaute Pkw stammt heute aus sächsischer Produktion. Die Automobilindustrie ist mit 33 Prozent die umsatzstärkste Industriebranche im Freistaat. Das durchschnittliche jährliche Umsatzwachstum der sächsischen Automobilindustrie in den vergangenen 10 Jahren lag bei über 7 Prozent, das der gesamtdeutschen Automobilbranche bei 3 Prozent. Sachsen hat rund 81.000 Beschäftigte im Kraftfahrzeugbau, davon mehr als 63.000 in der Zulieferindustrie. Die überwiegend mittelständisch geprägten 750 Zulieferer, Ausrüster und Dienstleister bilden das starke Rückgrat des Autolandes Sachsen.

Informations- und Kommunikationstechnik, Mikroelektronik

Die IKT-Branche umfasst einschließlich der Mikroelektronik-Industrie ca. 2.300 Unternehmen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen mit ca. 60.000 Beschäftigen. Sie hat 2015 einen Jahresumsatz von rund 14 Mrd. Euro erwirtschaftet. Die Software-Branche hat dabei mit über 1.400 Unternehmen und rund 23.000 Mitarbeitern bei einem Umsatz von 3,1 Mrd. Euro einen wachsenden Anteil. Bereiche mit zunehmendem Gewicht in Industrie und Forschung sind das Internet der Dinge, Industrie 4.0, Smart Factory sowie Smart Mobility.

Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Halbleiterfertigung - die Region um Dresden ist das führende Cluster der Halbleiterindustrie in Europa. Das dazugehörige Branchennetzwerk - der Silicon Saxony e. V. - verbindet über 320 Hersteller, Zulieferer, Dienstleister, Hochschulen und Forschungsinstitute am Wirtschaftsstandort Sachsen. Damit ist das Branchennetzwerk für Mikro- und Nanoelektronik, Software, Applikationen, Smart Systems und Energy Systems das größte in Europa.

Maschinen- und Anlagenbau, Metallindustrie und Chemie- und Kunststoffindustrie

Sachsen ist der größte Maschinenbaustandort in Ostdeutschland. Der Freistaat knüpft mit ca. 370 Betrieben, in denen ca. 38.500 Mitarbeiter beschäftigt sind, an seine über 180 Jahre alte Tradition als Wiege des deutschen Maschinenbaus an. Die Unternehmen verfügen über eine hohe Innovationskraft und ausgeprägte Kompetenzen in den Bereichen Fertigungs-, Automatisierungs- und Verfahrenstechnik. Zu den Schwerpunkten gehören Sondermaschinen-, Werkzeugmaschinen- und Textilmaschinenbau, was die Branche zu einem wichtigen Partner für praktisch alle anderen Industriebereiche macht, insbesondere im Zeitalter von Industrie 4.0. Der Innovationsverbund Maschinenbau Sachsen VEMASinnovativ hat sich mit über 250 Mitgliedern aus den Bereichen Produktion, produktionsnahe Dienstleistung und Forschung mittlerweile zum größten Cluster in der Produktionstechnik in Deutschland entwickelt.

Die Metallbranche in Sachsen mit Metallerzeugung und –bearbeitung, Herstellung von Metallerzeugnissen beschäftigt in etwa 300 Betrieben ca. 39.600 Mitarbeiter.

In der chemischen Industrie des Freistaates sind in 36 Unternehmen über 7.000 Mitarbeiter bei einem Jahresumsatz von rd. 2,1 Mrd. Euro beschäftigt. Chemische Grundstoffe haben am Umsatz mit 40 Prozent einen hohen Anteil.

Die Kunststoffbranche zählt mit 87 Betrieben und 11.400 Beschäftigten bei einem Jahresumsatz von rd. 1,9 Mrd. Euro zu den starken Branchen. Sie spielt im Freistaat eine Schlüsselrolle als Zulieferer für die Automobilindustrie. Sachsen gehört in Mitteldeutschland zu den dynamischsten Ländern in der Kunststoffverarbeitung.

Bahnindustrie

Mit 2.400 Schienenkilometern verfügt der Freistaat Sachsen über eines der dichtesten Schienennetze Deutschlands, die auf die historisch hohe Industrialisierung zurückgeht. Dazu gehört die Bahnindustrie mit ihrer 175 Jahre währenden Erfahrung. Heute werden hochwertige Schienenfahrzeuge für einen effektiven wie umweltfreundlichen Personen- und Güterverkehr aus Sachsen in die ganze Welt exportiert. Entlang der gesamten Wertschöpfungskette erwirtschaften im Freistaat in der Bahnindustrie 80 Unternehmen mit etwa 13.000 Arbeitsplätzen einen Jahresumsatz von rund 1 Mrd. Euro in den Schwerpunktbereichen Erstausrüstung, Schienenfahrzeug- und Signalbau.

Luft- und Raumfahrtindustrie

Die sächsische Luft- und Raumfahrtindustrie besitzt mit dem Kompetenzzentrum Luft- und Raumfahrttechnik Sachsen/Thüringen ein starkes regionales Netzwerk. Es vertritt etwa 160 Unternehmen und Forschungseinrichtungen, in denen mehr als 6.800 Mitarbeiter einen Umsatz von etwa 865 Mio. Euro erwirtschaften. Die Kernkompetenzen liegen in der Aus- und Umrüstung von Flugzeugen, der Komponentenfertigung, den Tests von Flugzeug- und Raumfahrtstrukturen, den Forschungs- und Entwicklungsvorhaben der Luft- und Raumfahrttechnik sowie im Luftverkehr selbst und in der Betreuung von Flugzeugen.

Textilindustrie

Für Sachsen ist die Textil- und Bekleidungsindustrie ein wichtiger Wirtschaftsfaktor: Die Branche mit ihren 12.000 Beschäftigten erwirtschaftet rund die Hälfte ihres Umsatzes mit der Herstellung Technischer Textilien für unterschiedliche Einsatzzwecke, 30 Prozent entfallen auf Heimtextilien und knapp 20 Prozent auf Bekleidung. Im Vergleich der neuen Länder nimmt die sächsische Textil- und Bekleidungsindustrie mit einem Umsatzanteil von rund 2/3 eine herausragende Position ein. Sachsen gehört neben Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern zu den vier wichtigsten Zentren der deutschen Textil- und Bekleidungsindustrie.

Gesundheitsindustrie

Zur Gesundheitsindustrie einschließlich gesundheitsindustrienaher Dienstleistungen zählen in Sachsen fast 950 Betriebe mit über 15.200 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von 1 Mrd. Euro. Der Anteil der Gesundheitsindustrie an der Gesundheitswirtschaft Sachsens liegt bei etwa 10 Prozent. Die stärksten Bereiche sind die Pharmazie und die Medizintechnik.

Marginalspalte

Umsatzanteile in der Industrie

Statistisches Landesamt Betriebe im Verarbeitendem Gewerbe sowie Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden nach WZ2008 für Betriebe mit 50 und mehr tätigen Personen

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