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Branchenstruktur

Sachsen zählt zu den stark industrialisierten Regionen in Deutschland. Strukturprägend sind vor allem der Automobilbau sowie der Maschinen- und Anlagenbau. In beiden Branchen kann der Freistaat auf große Tradition verweisen. Daneben sind die elektrotechnische Industrie, einschließlich der Mikroelektronik, die Textil- und Bekleidungsindustrie, die Bahnindustrie, die Luft- und Raumfahrtindustrie, die Gesundheits- die chemische, die Papier- sowie die Ernährungsindustrie im Freistaat von hohem wirtschaftspolitischem Gewicht.

Das Verarbeitende Gewerbe, eingeschlossen Bergbau und die Gewinnung von Steinen und Erden, hat im Jahr 2019 einen Umsatz von 67,5 Milliarden Euro in Sachsen erwirtschaftet. Sein Anteil an der Bruttowertschöpfung in Sachsen liegt bei rund 19,3 Prozent.

Automobilindustrie

Die Automobilindustrie ist Sachsens umsatzstärkste Branche. Sie trägt die mehr als ein Viertel zum Industrieumsatz und über ein Drittel zum Auslandsumsatz bei. In Sachsen sind fünf Fahrzeug- und Motorenwerke von Volkswagen, BMW und Porsche sowie rund 780 Zulieferer, Ausrüster und Dienstleister etabliert. Etwa jeder achte in Deutschland gebaute Pkw kommt aus Sachsen. Im sächsischen Automobilbau arbeiten über 95.000 Beschäftigte, davon etwa vier Fünftel außerhalb der OEM (Original Equipment Manufacturer)
Mit der stufenweisen Umstellung auf Elektrofahrzeuge in der sächsischen Automobilindustrie steht Sachsen in einem tiefgreifenden und herausfordernden Transformationsprozess, den das SMWA (Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr) begleitet.. Sachsen ist eine Region, in der dieser Transformationsprozess besonders früh beginnt. Der bevorstehende Wandel in der Automobilindustrie hat erhebliche Bedeutung für Wachstum, Wohlstand und Beschäftigung der gesamten deutschen Wirtschaft.

Der Freistaat Sachsen will Vorreiter bei modernen Verkehrs- und Fahrzeugtechnologien sein und die Zukunft einer effizienten Mobilität aktiv gestalten. Im Auftrag des SMWA koordiniert die Sächsische Energieagentur – SAENA GmbH seit 2011 sächsische Aktivitäten rund um das Thema Elektromobilität sowie seit 2014 das Themenfeld »Intelligente Verkehrssysteme« (IVS).

Die SAENA als Kompetenzstelle Effiziente Mobilität Sachsen ist der Ansprechpartner für zukunftsweisende und effiziente Mobilität im Freistaat.

Ziel der Kompetenzstelle ist es, sächsische Know-how Träger im innovativen Sektor der intelligenten Verkehrssysteme zu vernetzen, Potentiale sichtbar und nutzbar zu machen sowie Sachsen als Vorreiter für vernetzte Mobilität zu etablieren und damit den Standort zu stärken.

Informations- und Kommunikationstechnik, Mikroelektronik

Die IKT-Branche umfasst einschließlich der Mikroelektronik-Industrie ca. 2.300 Unternehmen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen mit über 60.000 Beschäftigen und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von rund 14 Mrd. Euro. Die Software-Branche hat dabei mit etwa 1.500 Unternehmen und über 23.000 Mitarbeitern bei einem Umsatz von 3,1 Mrd. Euro einen wachsenden Anteil. Themen mit zunehmendem Gewicht in Industrie und Forschung sind das Internet der Dinge, Industrie 4.0, Smart Factory sowie Smart Mobility.

Die Region um Dresden ist der größte Mikroelektronikstandort in Europa mit ca. 250 Unternehmen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen und über 26.000 Mitarbeitern, die einen jährlichen Umsatz von rund 6,5 Mrd. Euro erwirtschaften.

Maschinen- und Anlagenbau, Metallindustrie sowie Chemie- und Kunststoffindustrie

Sachsen ist der größte Maschinenbaustandort in Ostdeutschland. Der Freistaat knüpft mit 371 Betrieben, in denen ca. 42.000 Mitarbeiter beschäftigt sind, an seine über 180 Jahre alte Tradition an. Die Wiege des deutschen Maschinenbaus steht in Chemnitz. Die Unternehmen verfügen über eine hohe Innovationskraft und ausgeprägte Kompetenzen in der Fertigungs-, Automatisierungs- und Verfahrenstechnik. Damit ist die Branche ein wichtiger Partner für praktisch alle anderen Industriebereiche, insbesondere im Zeitalter von Industrie 4.0. Zu den Schwerpunkten gehören der Sondermaschinen-, Werkzeugmaschinen- und Textilmaschinenbau. Der Innovationsverbund Maschinenbau Sachsen VEMASinnovativ hat sich mit über 300 Mitgliedern zum größten Cluster in der Produktionstechnik in Deutschland entwickelt.

Die Metallbranche in Sachsen mit der Metallerzeugung und -bearbeitung sowie der Herstellung von Metallerzeugnissen beschäftigt ca. 53.500 Mitarbeiter in etwa 680 Betrieben.

In der chemischen Industrie des Freistaates sind über 8.300 Mitarbeiter in 70 Unternehmen bei einem Jahresumsatz von rund 2,8 Milliarden Euro beschäftigt. Chemische Grundstoffe haben am Umsatz mit ca. 40 Prozent einen hohen Anteil.

Die Gummi- und Kunststoffbranche zählt mit 173 Betrieben und mehr als 14.100 Beschäftigten bei einem Jahresumsatz von fast 2,3 Milliarden Euro zu den starken Branchen. Sie spielt im Freistaat eine Schlüsselrolle als Zulieferer für die Automobilindustrie.

Bahnindustrie

Sachsen steht seit mehr als 175 Jahren für Innovationen im Bahnwesen. Seitdem hat sich Sachsen zu einem führenden Bahntechnik-Standort entwickelt und gehört zu den Top-3-Zentren der Branche in Deutschland. Rund 13.000 Mitarbeiter in mehr als 240 Unternehmen erwirtschaften jährlich eine Milliarde Euro Umsatz. Mit Bombardier, RailMaint, Goldschmidt Thermit, Hörmann oder der NSH Group sind international agierende Hersteller, Zulieferer, Ausrüster, Ingenieur- und Servicedienstleister der Bahntechnik in Sachsen aktiv. Die Kernkompetenzen liegen in der Herstellung von Schienenfahrzeugen und Komponenten, der Antriebstechnik, dem Leichtbau und Informationssystemen, der Leit- und Sicherungstechnik, dem Verkehrswege- und Gleisbau, der Instandsetzung bzw. Instandhaltung und dem Engineering.

Luft- und Raumfahrtindustrie

Im Freistaat Sachsen erwirtschaften rund 160 Unternehmen und Forschungseinrichtungen mit mehr als 7.000 Mitarbeitern etwa 1,4 Milliarden Euro Umsatz. Hervorzuheben ist die Elbe Flugzeugwerke GmbH, ein Unternehmen der ST Aerospace- und Airbus-Konzerne und Kompetenzträger für Leichtbaukomponenten in modernen Airbus-Modellen sowie zugleich Marktführer in der Umrüstung von Passagier- zu Frachtmaschinen. Die überwiegend mittelständisch strukturierte Zuliefererlandschaft Sachsens ist zuverlässiger Partner der großen Flugzeughersteller und an internationalen Großprojekten wie dem A350-Programm beteiligt. Die Kernkompetenzen liegen in der Flugzeugumrüstung und -wartung, im Leichtbau, der Werkstoff- und Materialentwicklung, Elektronik, Prüf- und Sensortechnik, in Wasser- und Abwassersystemen, Strömungsmechanik, Produktionstechnik sowie im Werkzeugbau.

Textilindustrie

Für Sachsen ist die Textil- und Bekleidungsindustrie ein wichtiger Wirtschaftsfaktor: Die Branche mit rund 500 Unternehmen und 12.000 Beschäftigten erwirtschaftet über die Hälfte ihres Umsatzes mit der Herstellung Technischer Textilien mit innovativen Anwendungen in vielen Bereichen, 30 Prozent entfallen auf Heimtextilien und 10 Prozent auf Bekleidung. Insgesamt weisen die sächsischen Textilunternehmen einen Gesamtumsatz von über einer Milliarde Euro auf. Sachsen gehört neben Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern zu den vier großen deutschen Textilstandorten und verfügt über moderne Spinnereien, Webereien, Strickereien, Wirkereien, Vliesstoffhersteller, Stickereien, Veredelungsbetriebe und Konfektionäre sowie leistungsfähige Forschungs- und Bildungseinrichtungen.

Life Sciences

Sachsen gehört zu den dynamischsten Life Sciences-Regionen Deutschlands. Etwa 300 Biotechnologie-, Pharma- und Medizintechnik-Unternehmen beschäftigen insgesamt 15.500 Mitarbeiter und erwirtschaften einen Gesamtumsatz von 1,9 Mrd. Euro. Innerhalb des Life-Sciences-Clusters ist die Medizintechnik mit rund 230 Unternehmen, 10.400 Mitarbeitern und einem Umsatz von 1,2 Mrd. Euro der größte Bereich. Die Schwerpunkte des Clusters liegen in den Bereichen Regenerative Medizin (Tissue Engineering), Diagnostik, Molekulares Bioengineering, Bioinformatik sowie Implantate und Prothesen.

Zusätzlich sind weitere 440 Zuliefer- und Dienstleistungsunternehmen in Sachsen aktiv, die neben ihrem Kerngeschäft schätzungsweise die Hälfte ihres Umsatzes in der Life Science-Branche erwirtschaften. Dies sind vor allem Unternehmen aus dem metallverarbeitendem Gewerbe, Kunststoff- und Elektronikhersteller sowie Hersteller optischer Systeme, Mess-und Sensortechnik.

Ernährungsindustrie

Die sächsische Ernährungswirtschaft mit rund 350 Unternehmen und 19.000 Beschäftigten erwirtschaftet einen Jahresumsatz von insgesamt 5.349 Millionen Euro. Die bedeutendste Sparte dieser Branche ist die Milchverarbeitung, gefolgt von der Backwarenherstellung, dem Schlachten und der Fleischverarbeitung. Das größte Unternehmen der michverarbeitenden Industrie ist die Sachsenmilch Leppersdorf GmbH. Ansonsten ist die Branche in Sachsen überwiegend von kleineren Unternehmen geprägt – über 50 % davon sind Backwarenhersteller, etwa 30 % sind im Bereich Schlachten und in der Fleischverarbeitung tätig.

Bau- und Holzindustrie

Die Bauindustrie gehört zu den bedeutendsten Branchen im Freistaat Sachsen. Diese setzt sich aus dem Bauhauptgewerbe und dem Ausbau-/Baunebengewerbe zusammen. Das Bauhauptgewerbe umfasst den Hoch-, Tief- und Straßenbau.

Im sächsischen Baugewerbe waren im Jahr 2019 1.079 Betriebe mit insgesamt 54.260 tätigen Personen gemeldet. Bauhauptgewerbe und Ausbau-/Baunebengewerbe erwirtschafteten zusammen einen Umsatz von 8,8 Milliarden Euro.

Sachsen gehört mit einem Waldanteil von 28 % der Landesfläche zu einem waldreichen Land in Deutschland. Die Forst- und Holzwirtschaft ist daher ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, vor allem in ländlichen Regionen des Landes. Etwa 10 % aller Unternehmen in Sachsen sind im Bereich Forst und Holz tätig. Die sächsische Holzindustrie erreichte 2019 in 82 Betrieben mit 5.289 Beschäftigten einen Umsatz von 986 Millionen Euro.
 

Marginalspalte

Umsatzanteile in der Industrie

Statistisches Landesamt – Betriebe im verarbeitenden Gewerbe sowie Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden nach WZ2008 für Betriebe mit 20 und mehr tätigen Personen in Sachsen v. 14.04.2020

© Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr